(AE) Die Bettringer Handballdamen durften am Sonntagabend nach einer nervenaufreibenden Landesligapartie das 33:33 Unentschieden gegen die Routiniers der HSG Deizisau-Denkendorf 2 wie einen Sieg feiern. Denn Steffi Kurz war es gelungen, durch einen direkt verwandelten Freiwurf ins lange Eck von der halblinken Position ein bereits verloren geglaubtes Match mit einem Punktgewinn zu beenden.
Die Bettringerinnen waren vorgewarnt und auf die HSG bestmöglich eingestellt. Und so war das Aufeinandertreffen von Jugendstil gegen Routine zunächst ein Kräftemessen auf Augenhöhe, zumal beide Teams im ersten Durchgang unglaublich viele Chancen liegenließen. Nach vierzehn Minuten lautete der Zwischenstand 4:4 doch danach nahm die Begegnung mächtig an Fahrt auf. Die Gastgeberinnen zeigten über weite Strecken das gefälligere Spiel und versprühten von sämtlichen Positionen Torgefahr. Als die Bettringerinnen zehn Minuten vor der Pause per Siebenmeter mit 8:6 in Führung gingen, nahm die HSG prompt eine Auszeit, wobei diese Maßnahme zunächst völlig ins Leere griff. Die SG konnte ihren Vorsprung kurzfristig auf fünf Tore ausbauen, agierte aber in der Folgezeit vor allem in der Defensive viel zu sorglos, wodurch insbesondere die körperlich klar überlegenen Rückraumschützen der HSG auf den Plan traten und ihr Team wieder auf 16:16 heranbrachten.
Kurz vor dem Seitenwechsel markierte die SG dann noch den 17:16 Pausenstand und auch im zweiten Durchgang blieb Bettringen zunächst tonangebend. Bis zur 40. Minute konnte die SG die Gäste mit zwei Toren auf Distanz halten, doch als diese erneut beim 22:22 den Anschluss hergestellt hatten, drohte die Partie zu kippen. Als Bettringen dann kurz hintereinander zwei Zeitstrafen aufgebrummt bekam, war es schließlich soweit: Bettringen wirkte in dieser Phase völlig kopflos, kassierte fünf Tore in vier Minuten und geriet mit 26:29 in Rückstand. Die eindringlichen und lauten Worte von Trainerin Emele während der Auszeit verpufften relativ schnell und als die Gäste sogar in numerischer Unterzahl fünf Minuten vor dem Ende zwei Treffer zum 29:33 markierten, schien die Begegnung vorzeitig entschieden. Doch es spricht für die Moral der Bettringerinnen, dass sie sich nochmals aufrafften und gegen das körperlich überlegene Bollwerk der Gäste anrannten. Als dann drei Minuten vor dem Ende per Strafwurf der Treffer zum 31:33 markiert wurde und exakt zwanzig Sekunden vor dem Ende durch eine ähnliche Szene wiederum per Siebenmeter der Anschluss hergestellt war, meldete sich auch die Bettringer Kulisse nochmals lautstark zurück. Die HSG beantragte zwanzig Sekunden vor dem Ende eine Auszeit, doch deren letzter Angriff wurde mit einem technischen Fehler beendet. Wenige Sekunden waren noch zu absolvieren und Bettringen warf nochmals alles nach vorne, als eine Bettringer Spielerin praktisch mit der Schlusssirene auf der halblinken Angriffsseite regelwidrig ausgebremst wurde. Es vergingen endlose Momente, in denen Deizisau-Denkendorf seine Abwehrmauer ausrichtete, denn der Freiwurf musste direkt ausgeführt werden. Und dann fasste sich Kapitän Steffi Kurz ein Herz und zimmerte das Leder an der Mauer vorbei ins lange Eck zum 33:33 Endstand. In den darauffolgenden Minuten gab es weder auf dem Spielfeld noch auf den Zuschauerrängen ein Halten, denn der verdiente Ausgleich war letztlich ein Sieg der Bettringer Moral.
SG Bettringen: Jennewein, Balint (Tor); Abele, Funk (2), Kurz (5), Hetzel (1), Pfitzer (1), Donner (8), Krause (1), Waibel (2), Lehmann (5), Ocker, Bonnet, Sigloch (8/5)
Zeitstrafen: 2 / 3, Siebenmeter: 7/5 – 3/3